Alle Projekte
Forschung · mit der FHNW

LLMs: Datenschutz und Sicherheit

Innosuisse-ProjektCyber Regulatory Co-Pilotmit der FHNW

Texte schreiben, programmieren, datenbasiertes Troubleshooting: KI-Sprachmodelle eröffnen Unternehmen und ihren Mitarbeitenden echte Möglichkeiten. Doch es lohnt sich, genau hinzusehen, wie sie genutzt werden: ob sie effektiv sind und ob sie sicher sind. Besonders cloudbasierte LLMs bergen ein Datenschutzrisiko.

Was narrowin baut

narrowin entwickelt Frameworks und Prototypen für die sichere und vertrauenswürdige Nutzung von LLMs: durch Anonymisierung und durch lokale «On-Prem»-Lösungen, die einem Unternehmen die Hoheit über seine eigenen Daten lassen. Im Rahmen eines vom Bund (Innosuisse) geförderten Innovationsprojekts, dem Cyber Regulatory Co-Pilot, untersucht narrowin gemeinsam mit der FHNW die wesentlichen Probleme in diesem Bereich und die Lösungen dazu.

Die Motivation ist nicht nur Compliance. Wer Datenschutz und Sicherheit ernst nimmt, kann das Vertrauen der Kundschaft stärken, reale Sicherheitsrisiken minimieren und Datenschutzbestimmungen einhalten, statt das eine gegen das andere abzuwägen.

Eine Architektur für die sichere LLM-Nutzung: Nutzende erreichen über ein Token ein Interface, und das Interface vermittelt die API-Aufrufe an einen Digital Twin und ein LLM
Eine Prototyp-Architektur: die Nutzenden erreichen ein zwischengeschaltetes Interface, und das Interface, nicht die Nutzenden, spricht mit dem Modell

Das Risiko ist nicht nur der Firmenname

Es ist verlockend anzunehmen, dass ein Prompt sicher an ein öffentliches Tool wie ChatGPT gesendet werden kann, sobald der Firmenname und ein paar offensichtliche Kennungen entfernt sind. Das ist nicht so. Selbst wenn die Namen entfernt sind, können die Daten das Unternehmen weiterhin verraten, auf mindestens fünf Wegen:

  1. 01

    IP-Adressverfolgung

    Eine einzelne IP-Adresse benennt vielleicht kein Unternehmen, aber Muster in IP-Adressen lassen sich mit bestimmten Organisationen korrelieren, besonders wenn sie zu einem Büro oder einem Firmen-VPN gehören.

  2. 02

    Korrelation von Fragen und Daten

    Inhalt und Kontext der Fragen tragen Hinweise. Spezifische Terminologie, Projektdetails oder branchenspezifische Informationen können ausreichen, um auf das Unternehmen zu schliessen, oder zumindest auf den Sektor, in dem es tätig ist.

  3. 03

    Versehentliche Offenlegung

    Mitarbeitende können versehentlich vertrauliche Informationen weitergeben oder Fragen stellen, die sie preisgeben: Strategien, interne Prozesse, Finanzzahlen, geistiges Eigentum.

  4. 04

    Datenaggregation über die Zeit

    Viele Abfragen desselben Unternehmens, über die Zeit gesammelt, fügen sich zu einem detaillierten Bild seiner Geschäftstätigkeit, Herausforderungen und Strategien. Diese aggregierten Daten sind für sich genommen wertvoll und vertraulich.

  5. 05

    Sicherheitsrisiko beim Anbieter

    Es besteht immer das Risiko einer Datenverletzung oder eines Missbrauchs beim Cloud-Anbieter. Werden dessen Systeme kompromittiert, können die von den Mitarbeitenden freigegebenen Daten mit ihnen offengelegt werden.

Den Firmennamen zu anonymisieren anonymisiert nicht das Unternehmen.
← Alle Projekte